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Begrüßung/Saludo

Willkommen zum 28. Festival CUBA IM FILM!

Liebes Publikum!

Nachdem wir bereits im Vorjahr wieder zum vorpandemischen Kalendermonat Mai zurückgekehrt sind, wird auch in diesem Jahr unser Festival im Mai mit einem variationsreichen Programm von Spiel- und Dokumentarfilmen und einigen Gästen aufwarten.

Die Situation auf der Insel ist von einer beispiellosen Komplexität gekennzeichnet. Im Monat März kam es zu sozialen Protesten infolge der Knappheit von Lebensmitteln und insbesondere Energie. Das zeitweilige Ausbleiben von Erdöllieferungen sowie das temporäre Ausscheiden des größten Stromkraftwerks der Insel infolge von Wartungsarbeiten führten zu Stromsperren in einem für die Bevölkerung nur schwer erträglichen Umfang. Seit der Zerstörung der großen Rohöltanks in Matanzas durch Blitzeinschlag fehlen zudem Lagerkapazitäten. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt, die Energieversorgung einigermaßen stabilisiert. Die Krise dauert jedoch fort. Die Einkommen der Menschen werden von einer beängstigend hohen Inflation aufgefressen, für die das Zusammentreffen fehlender Importkapazitäten und viel zu geringer Eigenproduktion verantwortlich ist. Landwirtschaft und öffentlicher Transport sind in beklagenswertem Zustand. Die willkürliche Einstufung Cubas als „terrorismusunterstützender Staat“ durch eine selbstherrliche US-Regierung hat Cuba von internationalen Finanzströmen abgeschnitten und schadet dem Tourismus auf der Insel massiv, da Cubabesucher*innen nicht mehr am vereinfachten elektronischen Einreiseverfahren für die USA teilnehmen können. Dem Staat fehlen überall Devisen. Hinzu kommen im Innern jahrelange Verzögerungen notwendiger struktureller Reformen. Hier ändert sich wirtschaftlich gerade etwas. Das Angebot wird nicht nur durch über 10 000 kleine und mittelgroße Betriebe, die in den letzten drei Jahren entstanden sind, bereichert; insbesondere sollen auch die großen Staatsbetriebe nach Inkrafttreten des für dieses Jahr geplanten Unternehmensreformgesetzes anders funktionieren als bisher. Der Energieknappheit wird ab sofort und sukzessive bis 2028 durch ein Solarstromprojekt von gigantischem Ausmaß begegnet werden, für das die Finanzierung offenbar steht und welches den Anteil regenerativer Quellen bei der Energieversorgung von fünf auf 29 Prozent hochtreiben soll. Die ersten photovoltaischen Großanlagen sind bereits ans Netz gegangen.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die der Insel von Washington auferlegte längste Wirtschaftsblockade der Menschheitsgeschichte soll jegliche eigenständige Entwicklung verhindern und einen Zusammenbruch herbeiführen. Es handelt sich letztlich um ein Rekolonisierungsprojekt, das aus den Kreisen des radikalen kubanischen Exils unterstützt wird, und dessen Protagonisten ganz offen eine Militärinvasion propagieren. Auf der anderen Seite ist die unter der Inselbevölkerung verbreitete Kritik an sinnloser Bürokratie, Mangelversorgung, Korruption und anderen negativen Erscheinungsformen des Status Quo zweifellos nachvollziehbar. Die Krise trifft am härtesten die Rentner*innen und generell Menschen ohne Zugang zu Devisen. Die hohen Migrationszahlen machen deutlich, dass viele Menschen für sich auf der Insel keine Zukunft mehr sehen. Manche von ihnen möchten allerdings perspektivisch wieder zurückkehren.

Dies ist der komplexe Hintergrund, vor dem sich die filmische Produktion entfaltet. Durch die benannten Engpässe wird manches Projekt verzögert oder auf Eis gelegt. Auch wenn Filme keine Nachrichtensendungen sind (und auch nicht sein sollten), werden dennoch aktuelle Themen wie Knappheit, Migrationssehnsucht etc. gestreift.

Unsere diesjährigen Gäste sind Alejandro Gil Álvarez und Tommaso Santambrogio. Auf das Wiedersehen mit Alejandro Gil freuen wir uns sehr. Er war bereits 2007 mit La Pared bei uns zu Gast und hat nun seinen neuen Film AM-PM im Gepäck, welcher sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem historischen Film Inocencia, der Gegenwart des kubanischen Alltags widmet und das auf einfühlsame wie unterhaltsame Weise. Der italienische Regisseur Tommaso Santambrogio wiederum hat unter anderem in Cuba studiert und dort im Städtchen der Internationalen Filmhochschule von San Antonio de los Baños seinen ersten Spielfilm Los Oceanos son los verdaderos continentes realisiert, der es mit seiner besonderen Ästhetik und Bildsprache sogleich in den Wettbewerb des Festivals von Venedig schaffte.

Wir präsentieren ferner mit Una Noche con los Rolling Stones den neuen Film von Patricia Ramos, die mit ihrem Vorgänger El Techo bei uns zu Gast gewesen war. Mit dem Dokumentarfilm Cubana 455 des US-Amerikaners Enrique Berumen García widmen wir uns einem besonders traurigen und traumatisierenden Moment der kubanischen Geschichte. Der schlimmste von Exilkubanern verursachte Terroranschlag, der ein Zivilflugzeug ins Meer stürzen ließ und über 70 Menschen das Leben kostete, hatte für dessen Urheber nie Konsequenzen. Diese lebten bis zu ihrem Tod unbehelligt in den USA.

Der afrikanischen Präsenz in der neuen Welt spürt der brasilianische Regisseur Jefferson Mello nach. Die sehr unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen des afrikanischen Erbes in Cuba, den USA und Brasilien stehen im Fokus des spannenden Dokumentarfilms Razones africanas, der nicht nur musikalisch Interessierte ansprechen wird.

Im Dezember starb der Schriftsteller Edmundo Desnoes, Autor eines Schlüsselromans der kubanischen Literaturgeschichte: Memorias del subdesarrollo/ Erinnerungen an die Unterentwicklung. Es ist nicht oft der Fall, dass eine Verfilmung das literarische Ausgangsprodukt noch übertrifft, doch Tomás Gutierrez Aleas gleichnamiger Film gehört zu den wichtigsten Filmen Lateinamerikas und des Weltkinos. Wir ehren mit dem Film in memoriam den Autor der literarischen Vorlage.

Wiederentdeckt: Juan Carlos Tabío hatte mit dem erwähnten T.G. Alea in Erdbeer und Schokolade sowie Guantanamera zusammengearbeitet. Aus der gleichen Zeit Anfang der 90er stammt sein Spielfilm El Elefante y la Bicicleta, der gleichermaßen eine Verneigung vor der Kinogeschichte als auch eine gleichermaßen vergnügliche wie kritische Auseinandersetzung mit der kubanischen Geschichte ist.

Das junge kubanischen Kino ist mit Kurzfilmen vertreten, die fast alle beim Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films im Dezember 2023 in Havanna gezeigt wurden. Hervorzuheben ist die mit dem „Premio Coral“ ausgezeichnete Produktion von Ariagna Fajardo Al final del camino, die auch schon bei uns zu Gast war. Ein weiterer alter Bekannter unseres Festivals ist Eduardo del Llano, der mit einem Novum aufwartet. Seine neue Satire Democracia hat er erstmals in Europa gedreht.

Politik und Gesellschaft: Zum zweiten Mal erwarten wir mit Marcel Kunzmann einen der profundesten Kenner der kubanischen Gegenwart zum Gespräch. Kunzmann beschäftigt sich nicht nur als Wirtschaftswissenschaftler mit den Vorgängen auf der Insel, sondern betreibt auch „Cuba heute“, die älteste deutsche Infoseite zu allem, was mit Cuba zu tun hat.

Und natürlich freuen wir uns auch diesmal auf die Begegnung mit unserem Publikum bei unserer Festivalparty am 29. Mai wie im letzten Jahr mit DJ Francesco in der Wunderbar nebenan!

¡Bienvenidos al 28° Festival de Cine Cubano!

¡Querido público!

Después de haber vuelto el año pasado de nuevo al mes de mayo, como antes de la pandemia, este año el festival ofrecerá otra vez en mayo un variado programa de largometrajes y documentales y la presencia de algunos invitados.

La situación en la isla está marcada por una complejidad sin precedentes. En marzo llegaron a producirse protestas sociales debido a la escasez de alimentos y, sobre todo, de electricidad. La ausencia temporal de suministro de petróleo y el cierre momentáneo de la mayor central eléctrica por mantenimiento provocaron cortes en el suministro eléctrico de una magnitud inaceptable para la población. También ha faltado capacidad de almacenamiento desde que los grandes tanques de crudo de Matanzas fueran destruidos por el impacto de un rayo. Entretanto, la situación se ha calmado y, en cierta medida, el suministro de energía se ha estabilizado.

Pero la crisis sigue, los ingresos de las personas están siendo devorados por una alarmante inflación, causada por la combinación de falta de capacidad de importación y de una producción nacional demasiado escasa. La agricultura y el transporte público se encuentran en un estado deplorable. La arbitraria inclusión de Cuba como “Estado patrocinador del terrorismo” por parte de un arrogante gobierno estadounidense le ha cortado a Cuba los flujos financieros internacionales y le está causando un daño masivo al turismo en la Isla, ya que los que han visitado Cuba después no pueden participar en el procedimiento electrónico de entrada a Estados Unidos. Al Estado le faltan divisas por doquier. Además, las necesarias reformas estructurales internas del país llegan con años de retrasos.

Algo aquí está cambiando en lo económico. La oferta no solo está siendo enriquecida con las más de 10 000 pequeñas y medianas empresas que se han creado en los últimos tres años; en particular, las grandes empresas estatales también deben funcionar de forma diferente a como lo han hecho hasta ahora una vez que entre en vigor la ley de reforma empresarial planificada para este año. La escasez de energía será contrarrestada desde ya y gradualmente hasta 2028 por medio de un proyecto de energía solar de proporciones gigantescas, para el que ya se dispone, por lo visto, de financiación y que pretende aumentar del 5 % al 29 % la cuota de las fuentes renovables en el suministro energético. Las primeras grandes centrales fotovoltaicas del plan ya se han conectado a la red.

Es una carrera contrarreloj. El bloqueo económico más largo de la historia de la humanidad que Washington le impone a la Isla, pretende impedir cualquier desarrollo independiente y provocar un colapso. Se trata, en definitiva, de un proyecto de recolonización que no solo está apoyado por los círculos radicales del exilio cubano, sino que esos últimos propagan abiertamente una invasión militar. Por otro lado, es sin duda comprensible la crítica generalizada entre la población de la Isla ante la inútil burocracia, la falta de suministros, la corrupción y otras manifestaciones negativas del statu quo. La crisis afecta sobre todo a las personas jubiladas y a quienes no tienen acceso a divisas. Las elevadas cifras de emigrantes señalan claramente que muchas personas ya no sienten que haya un futuro para ellas en la Isla. Sin embargo, a algunos les gustaría regresar en el futuro.

Este es el complejo trasfondo en el que se desenvuelve la producción cinematográfica, afectada por impedimentos que retrasan o congelan muchos proyectos. Aun cuando las películas no son (ni deberían ser) boletines de noticias, muchas rozan temas de actualidad como la escasez, el anhelo de emigrar, etc.

Nuestros invitados de este año son Alejandro Gil Álvarez y Tommaso Santambrogio. Nos alegramos mucho de volver a ver a Alejandro Gil. Ya en 2007 fue nuestro invitado con La pared y ahora nos acompaña con su nueva película AM-PM, dedicada al presente de la vida cotidiana cubana de una forma tan sensible como entretenida. El director italiano Tommaso Santambrogio, en cambio, estudió en Cuba y filmó su primer largometraje, Los océanos son los verdaderos continentes, en la pequeña localidad de la Escuela Internacional de Cine de San Antonio de los Baños. La película con su especial estética y lenguaje visual logró competir en el Festival de Venecia.

Presentamos también Una noche con los Rolling Stones, la nueva película de Patricia Ramos, que ya fue nuestra invitada con su anterior película El techo. Con el documental Cubana 455, del estadounidense Enrique Berumen García, le dedicamos un espacio a un momento especialmente triste y traumático de la historia de Cuba. El peor atentado terrorista perpetrado por exiliados cubanos, que provocó la caída al mar de un avión civil y costó la vida a más de 70 personas, nunca tuvo consecuencias para sus artífices, que vivieron en los Estados Unidos hasta su muerte sin ser molestados.

La presencia africana en el Nuevo Mundo es rastreada por el director brasileño Jefferson Mello. Las muy diferentes formas de expresión musicales de herencia africana en Cuba, los Estados Unidos y Brasil son el centro del apasionante documental Razones africanas, que no solo atraerá a los interesados en la música.

En diciembre pasado falleció Edmundo Desnoes, autor de una novela clave en la literatura cubana, Memorias del subdesarrollo. No es frecuente que una adaptación cinematográfica supere al producto original, pero la película homónima de Tomás Gutiérrez Alea es una de las más importantes de América Latina. Con esta película honramos la memoria del escritor.

Cine redescubierto: Juan Carlos Tabío había trabajado con el mencionado Gutiérrez Alea en Fresa y chocolate y Guantanamera. De la misma época, principios de los 90, es su largometraje El elefante y la bicicleta, a la vez una homenaje a la historia del cine y una divertida y crítica reflexión de la historia de Cuba.

El joven cine cubano está representado por cortometrajes, casi todos exhibidos en el Festival del Nuevo Cine Latinoamericano de La Habana en diciembre de 2023. Mención especial merece la producción de Ariagna Fajardo Al final del camino, ganadora del Premio Coral. Otro viejo conocido de nuestro festival es Eduardo del Llano, que ofrece una novedad. Ha rodado por primera vez en Europa su nueva sátira Democracia.

Política y sociedad: Por segunda ocasión aguardamos una charla con Marcel Kunzmann, uno de los más profundos conocedores de la Cuba contemporánea. Kunzmann no solo se ocupa en calidad de economista de los acontecimientos en la Isla, también dirige “Cuba heute”, el sitio alemán de información más antiguo sobre todo lo relacionado con Cuba.

Y, por supuesto, será un placer para nosotros encontrarnos con nuestro público en nuestra fiesta del festival el 29 de mayo en el Wunderbar!